Das Leder - The Leather

Ich liebe naturbelassenes, pflanzlich gegerbtes Leder.

Und ich liebe dickes Leder!

Ich liebe Leder, dessen Rohhäute von Tieren stammen, die noch nie einen Stall von innen gesehen haben.

Ich liebe Leder, das die Spuren eines Lebens im Freien zeigt.

Ich zeige Leder in seiner natürlichen Schönheit - und verberge es nicht hinter lackierten Oberflächen, fetten Schriftzügen oder irgendwelchen großflächigen Punzierungen. Aus Überzeugung. Dafür bin ich bekannt.

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Ich arbeite mit mehreren Gerbereien zusammen, in meinen Augen den besten der Welt. Warum ich unser Leder der Einfachheit halber nicht von einer einzigen Gerberei beziehe? Klar, könnte ich, wäre bequemer und vermutlich auch günstiger. Aber alle Leder, die wir verarbeiten, haben ihre individuellen Vorzüge - ich liebe sie alle und könnte mich nicht von einem Leder bzw. einer Gerberei "trennen".

Alle der unten aufgeführten Gerbereien gerben rein pflanzlich (beim Hirschleder "sämisch"), keines der von mir verarbeiteten Leder steht im Zusammenhang mit irgendwelchen dubiosen Chemiefabriken!

Diese Auswahl der schweren Leder, wie ich sie euch bieten kann, ist wohl einmalig; im Folgenden ein kleiner Überblick über die jeweilige Gerberei und ihr Leder, ich versuche mich kurz zu halten:

  • "Hermann Oak" (USA), seit 1881: Das Leder von Hermann Oak ist dick und schwer - ein echtes Brett. Die Rohhäute stammen von männlichen Rindern, also Bullen/ Stieren, aus offener Weidehaltung. In der Regel leben diese Tiere in Montana, Wyoming & Co., werden auf den weitläufigen Ranches noch von echten Cowboys getrieben. Ja, die Duttons lassen grüßen, so könnt ihr euch das vorstellen. Und weil es sich um schwere Bullen handelt, ist das daraus entstehende Leder ebenfalls schwer und zäh. Als Gürtel bedarf es definitiv einer gewissen Zeit des Eintragens. Lederstärken von 6 - 7mm sind eher die Regel, als die Ausnahme. Von Hermann Oak beziehe ich traditionelles Blankleder, ich nenne es seinen Eigenschaften und seiner Herkunft wegen "Heavy American Bullhide". Ich bekomme es im Farbton Natur (färbe es ggf. selber). Es ist zu Beginn sehr standig, ein echter Brecher. Des weiteren beziehe ich von Hermann Oak das legendäre "Old World Harness", mit diesem Leder hat Hermann Oak im Jahre 1881 angefangen. Die Wagen-Trecks nach Westen benötigten Unmengen an schwerem Geschirrleder - für Zügel, Geschirre und die Federung/ Aufhängung an den schweren Wagen und Postkutschen; es handelt sich prinzipiell um dasselbe Leder wie das gerade erwähnte Blankleder, wird im Anschluss an den eigentlichen Gerbvorgang aber sehr stark gefettet und gewachst. Es entsteht ein schweres Geschirrleder (Harness) wie vor 150 Jahren, absolut unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit, Wind & Wetter. Kleine Klugscheisserei am Rande: ein Großteil der US Prime-Beef-Industrie beruht auf der Rinderrasse "Black Angus", sodass ihr euch bei einem Gürtel aus "Heavy American Bullhide" oder "Old World Harness" zu 99% sicher sein könnt, dass ihr Black Angus am Leibe tragt. Ist eigentlich aber auch schittegal. Viel wichtiger, und das werde ich oft gefragt, ist aber die Sache mit dem "Bullenleder" (Stiere und Bullen sind übrigens ein und dasselbe). Hermann Oak wie auch Chahin kaufen anhand einer Industrie-internen Bezeichnung ausschließlich "Jumbo Heavy Native Steer", also ausnahmslos die Rohhäute der größten und schwersten Weidebullen - und das aus gutem Grund: Ihre Häute sind größer, dicker und, so heißt es, von besserer Faserstruktur als die von Kühen. Das soll wohl mit dem regelmäßigen Kalben zu tun haben, klingt in meinen Augen auch absolut nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wie stark die Haut von Kühen im Rahmen einer Schwangerschaft gedehnt und die Faserstruktur damit weicher und elastischer wird. Ich kann übrigens mit Fug und Recht behaupten, dass wenn ich von "Bullenleder" spreche, es sich auch wirklich um Bullenleder handelt - ich erkenne es bei jeder einzelnen Haut am wortwörtlichen Stiernacken! Die Schulter-/ Nackenpartie ist bei Bullen weitaus dicker als der Rest der Haut (ich hatte schon Stiernacken mit über 16mm Dicke!) wohingegen bei Kühen die Haut im Bereich Rücken und vor allem Po am dicksten ist und zur Schulter hin deutlich abfällt.
  • "Chahin Leather" (Mexiko), seit 1932: Chahin könnt ihr mit Hermann Oak vergleichen, sie kaufen ihre Rohware genauso wie Hermann Oak nach dem internen Standard "Jumbo Heavy Native Steer", also dieselben Rohhäute der größten Weidebullen, ausnahmslos aus den USA und Kanada. Dieselbe Art der Gerbung. Diese Gerberei hat nichts mit Dritte Welt zu tun! Es ist eine durch und durch traditionelle Gerberei, welche die renommiertesten Sattlereien der Welt beliefert, absolut sauber und umweltfreundlich. Ich kaufe aus dem Grunde auch bei Chahin ein, weil es einfach eine tolle Gerberei ist und die Menschen dort extrem freundlich und zuvorkommend. Das Leder ist mindestens (!) genauso gut wie das von Hermann, es riecht sogar etwas besser, der sagenhafte Geruch ist fast schon so etwas wie das Markenzeichen von Chahin. Zudem wird das schwere Bullenleder mit Stärken von über 7mm immer seltener und so halte ich mir einfach beide Türen offen - die dicksten Bullenhäute, die sich so bei mir einfinden, sind übrigens meistens von Chahin. Genauso wie Hermann Oak fällt auch das Leder von Chahin bei mir unter meine eigene Klassifikation "Heavy American Bullhide". Bei den Gürteln aus diesem Leder bekommt ihr also entweder Hermann Oak oder Chahin - und zwar immer die schönsten Riemen für den jeweiligen Gürtelzweck. Ich habe übrigens schon einige Kollegen mit dem Chahin-Leder angesteckt - die Qualität, die Stärke und der Geruch versetzen regelmäßig und zu Recht in Staunen!
  • "Thomas Ware & Sons" (England), seit 1840: Diese englische Gerberei liefert mir das unglaublich dicke Ochsenleder. Ich bin einer von weltweit zwei Gürtelherstellern, die dieses Leder bekommen - und das auch nur durch Vitamin B über meine Kumpel Bertl von "Schuh Bertl", München. Er hat ein gutes Wort für mich eingelegt. Die Rohhäute stammen von Hereford-Ochsen aus England und Schottland, Stärken von über 8mm im fertigen Leder sind die Regel. Das Leder selbst wird richtig oldschool gegerbt, in Gruben, sogenannten "Pits", in denen es mehrere Monate reift und anschließend massiv gefettet wird. Eigentlich ist dieses Leder für dicke Rundriemen bzw. Treibriemen gedacht, wie sie noch an alten Industriemaschinen Verwendung finden. Wir machen daraus Gürtel, die dicksten einlagigen Gürtel der Welt. Übrigens braucht euch die brachiale Stärke nicht abzuschrecken! Durch den hohen Fettanteil ist dieses Leder schon von Beginn an regelrecht weich und anschmiegsam. In der Regel ist der Kunde sehr erstaunt über den hohen Tragekomfort eines so dicken Leders.
  • "J&FJ Baker" (England), seit 1862: Und wo wir gerade schon bei englischen Oldschool-Gerbereien sind, dieses Attribut trifft wohl auf keine Gerberei besser zu, als auf Baker. Der Strom könnte für Monate ausfallen, das wäre den Jungs bei Baker egal. Sie würden ihre Petroleumlampen anzünden und einfach weitermachen. Alle Maschinen in ihrem Betrieb sind ausnahmslos über 100 Jahre alt und werden entweder über Industriemotoren betrieben, in der Regel aber über das hauseigene, uralte Wasserrad am eigenen Fluss. Kein Witz, die Jungs bei Baker sind so oldschool, die putzen das Fett als wichtigen Schritt im Anschluss an den eigenen Gerbvorgang noch von Hand und Bürste auf! Sie färben von Hand! Wenn man das Leder bekommt, wundert man sich erst einmal über die weiße, nach Pferdestall riechende Schicht auf dem Leder. Beim ersten Mal hatte ich Angst, es könnte sich um Schimmel halten. Aber weit gefehlt - es handelt sich um durchgetrocknetes Pferdefett, das als schützende Schicht vor dem Versand aufgetragen wird. Warum? Weil man das vor 150 Jahren auch schon so gemacht hat. Punkt. So ist Baker, einmalig. Einmalig auch die Art der Gerbung: NUR mit Eichenrinde und Wasser, in tiefen Gruben, eingebettet für 12-14 Monate! Diese Art der Gerbung ist weltweit einmalig, keine andere Gerberei macht es noch so. Schon alleine aus dem Grund kaufe ich bei Baker ein, alleine um ein handwerkliches Erbe vor dem Aussterben zu bewahren. Die Qualität des Leders aber entlohnt für diesen Aufwand. Das Zaumzeugleder ("Bridle") von Baker gilt unter Experten als das beste der Welt. Ich sehe es genauso. Wenn es um mittelschweres Geschirrleder in Stärken bis zu 6mm geht, kann niemand Baker das Wasser reichen. Und wenn meine Kunden zum ersten Mal einen "Oak Bark Bridle"-Gürtel mit Baker-Leder in Händen halten, merken sie sofort, das ist etwas ganz Besonderes, mit absolut nichts zu vergleichen. Sieht anders aus, fühlt sich anders an, riecht anders, urtümlicher.
  • "Gerberei Kendlbacher" (Österreich), seit 1858: Von der Gerberei Kendlbacher bekomme ich mein dickes Hirschleder. Die Rohhäute dafür stammen nicht von neuseeländischen Zuchtfarmen, sondern von heimischen Rothirschen aus Deutschland und Österreich, vornehmlich aus der Alpenregion. Ich erkenne es sofort an den unzähligen Narben und Insektenstichen, und genauso möchte ich es haben. Heimisch, schwer und natürlich. Und so kann es kaum noch einer liefern. Gerberei Kendlbacher kann es und liefert mit jeder einzigen Haut ab. Wunderschönes sämisch gegerbtes Hirschleder, wie ihr es vielleicht von den wirklich hochwertigen Hirschlederhosen kennt, wie sie heute nur noch bei wenigen Manufakturbetrieben zu finden sind. Zum Rothirsch und zum Hirschleder habe ich eine ganz persönliche, tiefe Beziehung - mein Gürtelmodell "Rothirsch" erzählt euch mehr davon!

I do love natural vegtan Leather.

I do love thick Heavy Duty Leather!

I love Leather, whose raw Hides are provided by Animals which have never seen a Barn from inside.

I love Leather which shows the Traces of a Life lived outdoors.

I showcase the Leather in it's natural Beauty - and do not hide it behind some fancy Painting, big Lettering or any kind of extensively Tooling/ Stamping. That's my Credo. That's what i'm known for.

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I work with several Tanneries, in my Eyes the Top of the World. Some may argue that purchasing the Leather from only one Tannery would be much easier and maybe in Matter of Quantity less expensive - sure, it would be. But all of the Leathers we work with have their own Charcteristics and Features, which devide them from the Others. All of them are my "Final Decision in Leather", have tried so many Leathers in all the Years - but these Few are my most beloved Ones. And in my Opinion the Ones best-suited for Building Heavy Duty Belts with!

All of the following Tanneries are Using traditional 100% vegetable Tanning-Methods to provide the exceptional Leather-Quality i am purchasing.

This Fine Selection of Heavy vegtan Leather i am Offering is One of a Kind i guess - and i am proud of:

  • "Hermann Oak" (USA), since 1881: They are known for their really Signature Heavy Harness Leather ("Old World Hanress"), on which they have built their whole Company - providing Wagon-Trecks West with heavy Reins, Harnesses as well as the main Suspension-Parts on heavy Wagons and Stagecoaches. After that they have entered the Equestrian Market providing Skirting-Leather for Saddles, etc. Nowadays Hermann Oak is the last remaining US Tannery (as Whickett&Craig is a exceptional Tannery, too, but originally a Canadian Company moving to the US in the 1980s) providing 100% vegtan Leather. It is THE traditional and classic US Tannery for High-End Products Made of Heavy Leather. The Hides from which the kind Folks at Hermann Oak are tanning Leather with, are 100% US-sourced "Jumbo Heavy Native Steer", which means that they are only purchasing the Top 1% Hides of USA Beef-Market Bulls. Bulls because of their larger Size, more Thickness and better Grain-Structure than Cowhide. As the US Prime-Beef-Industry remains on "Black Angus" - Cattle, you can be pretty dam sure that the Belt Made of Hermann Oak you are Wearing is Made of Black Angus. Not that it would be very important, but it is a cool Fact i think.
  • "Chahin Leather" (Mexico), sinde 1932: Chahin is known for their exceptional thick Harness- and Skirting-Leather, too, and for the unbelievably nice Smell of the Leather! They are purchasing the same US Steerhides like Hermann Oak and their Tanning-Methods are similar to the Ones at Hermann Oak. So why purchasing also from Chahin you are asking? Well, i just love the Tannery - their Craftsmanship and the Kindness of the People over there. And, which is the main Reason - they provide HEAVY Stuff, often slightly heavier than Hermann Oak. The thickest American Hides laying regularly on my Bench are usually the Ones from Chahin. The thick Bullhide is getting pretty rare these Days, so it is important for me to keep more than just one Door open. As of the Similarities in Sourcing, Characteristics and Thickness i put both the Leathers of Hermann Oak as well as Chahin under my own Classification "Heavy American Bullhide".
  • "Thomas Ware & Sons" (UK), since 1840: This old English Tannery delivers me the unbelievable thick Oxhide! This is among the rarest Leathers in the World - besides me there's only one other Company getting this Leather! The raw Hereford-Oxhides are coming from England and Scotland, Thicknesses about 8mm and more are normal. But despite the Fact that these Hides are extremely rare - they are getting even more rare nowadays. The Leather itself gets tanned in Pits, the Oldschool Way, with a Couple of Months Tanning-Time. After that the nearly-finished Leather gets oiled and greased up - you won't believe the Smoothness of a Leather this Thickness due to the high Amount of Oil, Fat and Tallow. My Customers are stunned each and every Time they purchase a Oxhide Belt for the first Time!
  • "J&FJ Baker" (UK), since 1862: Talking 'bout Oldschool there's one Tannery in the World which deserves this Attribute more than any other Tannery - J&FJ Baker from Colyton, England! Even when there's a 100% Blackout, the good Folks at Baker would light there Candles or Oil-Lanterns and get the Work done! Nearly every Machinery and Equipment in the Tannery is 100+ Years old and, if not Hand-operated, driven by the Company's own Water Wheel. Yes, that's the Oldschool Way, right? And guess what - when receiving your Belt you might be wondering about that slight white-ish Shine on that Leather, resulting from the Final Finish with Horse-Fat and Cow-Tallow! Why? 'Cause that's the Way it has been done since Hundreds of Years... But the real Mystery is about the Tannage itself: There's only Oakbark and Water, nothing else. Nothing. That's a Science for itself - Time-consuming and effortful. But the Result is a Leather, which you won't find anywhere else on this Planet. 150 Years ago, this was the Way to go, but nowadays Baker is the World's last remaining Oakbark-Tannery. Once you get your Belt Made of Baker-Leather, you will feel and smell and finally understand. This is a Piece of Leather from another Time-Period. As is said - Oldschool!
  • "Gerberei Kendlbacher" (Austria), since 1858: This Tannery is located in the Austrian Alps and they are known for a real German/ Austrian Leather-Speacialty - "sämisch" Deerskin. This is a unique kinda Oil-/ Fat-Tannage to make a unbelievable soft yet durable Leather. You may have recognized this Leather on our short German Leather-Trousers which belong to the traditional Clothing, known as "Trachten", on the "Oktoberfest" in Munich for Example. The Special Feature of the Deerskin i get from Kendlbacher is that it is Made of Genuine wild living Alpian "Rothirsch", shot outdoors by ceritificated Hunters, not Made of imported Deer-Hides from New Zealand like in most other Cases, where Deers are bred on Farms and not living a Life in the Wild. Not so in this Case. I only purchase big and thick male Deerskin from wild living "Rothirsch" Deer , the biggest Animal living wild and free in the Outdoors of my Country.